Stimmen

Das Kritische Orchester® – ein Komplement

In der Werkstatt für interaktives Dirigieren des Kritischen Orchesters wird die umfassende künstlerisch-musikalische Bildung werdender Dirigent/innen um eine weitere Facette ergänzt. Es sind hier Musikerinnen und Musiker wirksam, die sich an der dirigentischen Bildung mit einem eigenen Angebot beteiligen. Aus ihrer Sicht der im Orchester instrumental Gestaltenden fokussieren sie zwei Potentiale: 
Sie ermöglichen den Dirigenten unmittelbare Einblicke in das Arsenal des Orchesters an instrumentalen Ausdrucks- und Gestaltungsmitteln, und sie verhelfen ihnen zu permanenter Überprüfung ihrer dirigentischen Mittel im Hinblick auf die sichere Führung des Orchesters und dessen Stimulation zum Einsatz all seines instrumental-gestalterischen Könnens.


"In diesen Dirigentenwerkstätten wird sehr bewusst das Grundverhältnis des Musizierens im Orchester aufgebrochen: autoritär geführt macht ein ganzes Orchester, was der Dirigent will. In dieser Werkstatt erhält der junge Dirigent ein kritisches Feedback von jenen, denen er möglicherweise Sinnvolles in falscher Weise abverlangt. Mit diesem Projekt reagiert die Hochschule völlig richtig auf den Zeitgeist, der autoritäre Vermittlungsmodelle in Frage stellt, da sie ein Modell entwickelt, in dem Sachautorität sich entfalten kann, im Gegensatz zu einer Autorität, die auf überlieferten hierarchischen Modellen beruht.” 

Dr. Elmar Weingarten
Intendant des Tonhalle Orchesters Zürich,
Vorsitzender des Hochschulrates


Stimmen des Kritischen Orchesters 2015

// Helmut Nicolai, ehemals Münchner Philharmoniker

Hier ist die Eins energetisch die stärkste Note, obwohl kein Mensch spielt. Zeigen Sie, dass die Leere Energie hat, damit wir die Fortsetzung spielen können.

// Stefan Schweigert, Berliner Philharmoniker

Sie verlieren sich selbst hinter Ihren Armen. Führen Sie uns mehr mit Ihrem Gesicht, Ihrem Körper.

// Jochen Hoffmann, Orchester der Deutschen Oper Berlin

Sobald Sie die Musik hören, nehmen Sie sich zurück, anstatt, was Ihre Aufgabe ist, rhythmisch zu führen.

// Lothar Strauß, Staatskapelle Berlin

Sie müssen wissen, welche Klänge möglich sind, damit Sie sie von uns fordern können.

// Martine Värnik

Wenn Sie nur kontrollieren, geht sofort das Tempo zurück. Wagen Sie, voll dabeizusein.


Stimmen des Kritischen Orchesters 2014

// Lothar Strauß

Sie können sich dahin wenden, sie können sich dorthin wenden - zeigen Sie mehr, wo die Musik spielt.

// Heike Janicke

Wir sind im Tempo hinterher, aber Sie reagieren nicht darauf. Sie machen das, was wir machen. Aber wir möchten gern machen, was Sie wollen.

// Martin Spangenberg

Sie dirigieren so eintaktig. Wir müssen aber wissen: wo sollen wir hin spielen.

// Heinz Schunk

Sie müssen mehr vorausdenken. Sie haben Freude am Klang und sind immer genau dort, wo wir spielen. Zeigen Sie das vorweg.

//  Stephan Pätzold

Als Sie es erklärten - Ihre Körperhaltung, Ihr Gesicht: das war die Musik. Und als sie es dirigiert haben, war so viel Arbeit. 


Stimmen des Kritischen Orchesters 2013

// Alexander Bader

Stehen Sie sicher, weichen Sie nicht zurück, kommen Sie mehr auf uns zu.

// Radboud Oomens

Ihre Gestik war rhythmisch klar, aber es war nicht klar, was für eine Klangfarbe Sie haben wollen.

// Klaus Thunemann

Sie haben wunderbar zugehört, aber wir konnten nicht erkennen, was Sie hören wollten.


Stimmen des Kritischen Orchesters 2012

// Martine Värnik

Ihre Arme sind weit weg von Ihrem Herzen und wir sind noch weiter weg. Holen Sie uns näher zu sich heran.

//  Stanley Dodds

Sie dirigieren fast nur die ersten Pulte. Aber hier haben Sie einen großen Apparat, und alle wollen das Gefühl haben, zum Spielen eingeladen zu sein.

//  Michail Sekler

Die melodische Schönheit der ersten Violinen zu dirigieren, ist zu wenig. Formen Sie auch die anderen Stimmen – wie soll ihr Verhältnis zueinander sein?

//  Leon Spierer

Sie dirigieren rhythmisch exakt, aber ich bekomme von Ihnen keine musikalische Nachricht. Inspirieren Sie uns – nur mit Ihrem Willen.